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Amtsblatt der Stadt Leonberg, 3. Juli 2008
KZ-Dokumentationsstätte eröffnet
Am vergangenen Sonntag wurde die KZ-Dokumentationsstätte im alten Engelbergtunnel im Rahmen einer Feierstunde eröffnet. Anwesend waren auch sieben überlebende des Nazi-Terrors.
Der ehemalige KZ-Häftling Avraham Ary kam aus Israel zu der Eröffnung und berichtete auf Hebräisch in einem Grußwort seine ganz persönliche Odyssee. Von ihm stammen auch einige Zitate, die in der Ausstellung auf Stelen zu sehen sind. Er kam im November 1944 von Auschwitz über Berlin nach Leonberg. Seine Eltern wie auch seine Geschwister hatte er bereits im Holocaust verloren.
Oberbürgermeister Bernhard Schuler betonte, dass die Dokumentationsstätte ein authentischer Ort des Schreckens sei und Jungen Menschen heute anschaulich machen könne, was 1945 in Leonberg und im Dritten Reiph geschehen sei. Schüler vom Albert-Schweitzer-Gymnasium warfen in einer szenischen Lesung Fragen auf, wie sie heute typischer Weise gestellt werden, und beantworten diese auch. Eine Frage war: „Wie, in Leonberg gab es ein KZ?!“ Antwort: „Vom Frühjahr 1944 bis April 1945 gab es in Leonberg ein von der SS geführtes Außenlager des KZs Natzweiler. Im Lager wurden über 3000 Männer aus 24 europäischen Ländern gefangen gehalten.“ 12 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche mussten sie von der Firma Messerschmitt zur Arbeit gezwungen, Tragflächen für das Düsenflugzeug Me 262 herstellen.
Dank des Einsatzes der 1999 gegründete KZ-Gedenkstätteninitiative Leonberg e.V. konnte die Dokumentationsstätte im alten Engelbergtunnel nun eröffnet werden und ist zwischen März und Oktober an jedem ersten Sonntag im Monat von 14 bis 16 Uhr der Öffentlichkeit zugänglich.
Die Ausstellung veranschaulicht in je drei Kapiteln ideologisch-politischen-militärischen Hintergrund der Errichtung des Leonberger KZ und der Verlagerung der Messerschmitt-Produktion nach Leonberg im letzten Kriegsjahr und die konkrete Geschichte des KZ Leonberg und der KZ- Häftlinge einschließlich des Alltags, der anschließenden Todesmärsche und Befreiung sowie der juristischen Verfolgung der Verantwortlichen in der Nachkriegszeit.
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