Literatur

Joachim Baur / Birgit Wörner: Konzentrationslager und Zwangsarbeit in Leonberg, Band 8 der Beiträge zu Stadtgeschichte Leonberg, 464 Seiten, viele Bilder und Karten (ISBN 3-933636-06-x)

Das Buch kann über alle Buchhandlung bezogen werden (15,30 EUR) ebenso über die Stadtverwaltung, 71226 Leonberg, und an der Pforte des Neuen Rathauses.

Broschüre aus Anlass der Einweihung der Namenswand am 8. Mai 2005
"Stationen auf dem 'Weg der Erinnerung'. Das KZ-Außenlager Leonberg 1944-1945"

Aus Anlass der Einweihung der KZ-Gedenkstätte in Gestalt einer Namenswand vor dem alten Engelbergtunnel am 8. Mai 2005 hat die KZ-Gedenkstätteninitiative Leonberg eine bebilderte, 40-seitige Broschüre herausgegeben. Sie beschreibt die sechs Stationen des "Wegs der Erinnerung" einschließlich der neuen Namenswand, die in mehreren Fotos auch abgebildet ist.
Die Broschüre kann gegen eine Spende von wenigstens 2 EURO bezogen werden bei allen Vorstandsmitgliedern und bei der Kontaktadresse Eberhard Röhm (siehe "Über uns").

In der Broschüre findet sich u.a. der Wortlaut der Informationstexte auf den sechs Tafeln der sechs Stationen.

Bebilderte Broschüre
„Auf den Spuren von KZ und Zwangsarbeit in Leonberg“

Die von Eberhard Röhm und Wolfgang Schiele erarbeitete Broschüre mit Fotos von Volger Kucher wurde im November 2003 gemeinsam vom Stadtarchiv und der KZ-Gedenkstätteninitiative herausgegeben.
Die Broschüre beschreibt auf 40 Seiten neben dem „Weg der Erinnerung“ noch weitere drei Wege. Diese führen in die Altstadt, zum Berufsschulzentrum und nach Eltingen – jeweils zu ehemaligen Betriebsstätten und Unterkünften, die in unmittelbarer Beziehung zur Messerschmittproduktion und zum KZ standen, wie auch zu Behausungen anderer Zwangsarbeitergruppen in Leonberg, letztere beschränkt auf den Zeitraum 1944/45. Orte der Erinnerung wie das Stadtmuseum in der Altstadt oder das Friedensmahnmal im Stadtpark sind ebenfalls einbezogen und in der Broschüre dargestellt.
Die Drucklegung wurde finanziell unterstützt durch die Firma IPRO GmbH aus Leonberg und die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg.
Die Broschüre kann bei der Stadtverwaltung 71226 Leonberg, Postfach, an der Pforte des Neuen Rathauses und bei der Gedenkstätteninitiative für 2 € erworben werden. (Bei Versand zusätzlich Versandkosten)

Pjotr Kudrjaschow:
Unterwegs zwischen Nikolajew und Leonberg. Kurze Autobiografie eines ehemaligen „Ostarbeiter“
hg. von der KZ-Gedenkstätteninitiative Leonberg e.V., Übersetzung aus dem Russischen von Maria Davydchyk und Christina Ossowski. Kommentare: Christina Ossowski und Eberhard Röhm, bebildert, 2007, Schutzgebühr mindestens 2 EUR plus Versandkosten

Die von der Stadt Leonberg und der Landeszentrale für politische Bildung finanziell geförderte Broschüre schildert das Leben des OST-Zwangsarbeiters Pjotr Kudrjaschow (geb. 1927) seit seiner Kindheit in der Ukraine bis in die Gegenwart. Dargestellt ist die Hungersnot in de 30er Jahren, die Zeit der deutschen Besatzung ab August 1941, die Deportation seines Jahrgangs im August 1943 zum Arbeitseinsatz nach Deutschland, zunächst in Wuppertal, ab Mai 1944 die Zwangsarbeit in Leonberg. Kudrjaschow war in Leonberg u.a. beim Wasserleitungsbau eingesetzt und begegnete dabei auch KZ-Häftlingen. Er hatte eine sein Leben prägende Begegnung mit einer Gerlinger Familie, bei der er sich in den letzten Kriegstagen verstecken konnte. Nach der Befreiung folgten Jahre der Zwangsrekrutierung für die sowjetische Besatzungsarmee, die Rückkehr in die Heimat, Studium und die Tätigkeit als Arzt. Nach der Perestroika erlebte Pjotr Kudrjaschow 1991 eine Wiederbegegnung mit der Gerlinger Familie Dommes und seit 1995 mehrere Begegnungen mit Menschen in Leonberg, die mit ihrer Gastfreundschaft ein Zeichen der Versöhnung und der Völkerverständigung gesetzt haben.

Bezug der Broschüre über die Adresse der KZ-Gedenkstätteninitiative.

"Schwierigkeiten des Erinnerns"
von Renate Stäbler und Monica Mather, 42 Seiten, hg. von der KZ-Gedenkstätteninitiative Leonberg

Diese Nachkriegs- bzw. Rezeptionsgeschichte des KZ Leonberg will einen Beitrag zum kollektiven Erinnern an die Aufarbeitungszeit nach 1945 leisten. Im wesentlichen recherchierten die Autorinnen zu folgenden Fragen: 1. Wie wurde mit den Toten umgegangen, die das KZ hinterließ? 2. Welche Stätten der Erinnerung wurden geschaffen? 3. Wie wurde mit den Überlebenden des KZ umgegangen? 4. Wer hat sich in dieser Stadt um die Aufarbeitung des Geschehenen gekümmert?

Diese Rezeptionsgeschichte spiegelt die Ende der 1940er Jahre einsetzende Schlussstrich-Mentalität der Deutschen ebenso wie die Polarisierung des Kalten Krieges. Tabuisierung und Verdrängung von NS-Verbrechen sind auch in Leonberg die Norm, obwohl oder gerade weil ein solches Verbrechen mitten in der Stadt geschehen ist. Auch der 68er Aufbruch änderte daran nichts - mit der Ausnahme, dass ein Student sich der KZ-Geschichte annahm. Erst lange nach den großen NS-Prozessen beginnt 1979 die Aufarbeitung auf breiterer Basis und erst noch einmal zwanzig Jahre später kommt es zu aktiver und nachhaltiger Erinnerungsarbeit.

Die von der Landeszentrale für politische Bildung geförderte Schrift kann gegen eine Schutzgebühr von 2 € plus Versandkosten bezogen werden. Bestellungen an Renate Stäbler, Künzenstr. 23, 71229 Leonberg, Tel./Fax 07152/41589, E-Mail: mather.staebler@t-online.de.

Schüler fragen - eine Ausstellung gibt Antwort /
KZ-Dokumentationsstätte im alten Engelbergtunnel Leonberg

Aus Anlass der Eröffnung einer Ausstellung zur Geschichte des KZ Leonberg im alten Engelbergtunnel am 29. Juni 2008 hat die KZ-Gedenkstätteninitiative Leonberg e.V. eine 22-seitige bebilderte Broschüre veröffentlicht, die einen Überblick über den Ausstellungsinhalt bietet. Die Broschüre ist neben Deutsch auch in Englisch, Französisch und Italienisch erschienen.
Die Broschüre kann gegen eine Spende von mindestens 2 EUR gegebenenfalls zuzüglich Versandkosten über die Kontaktadresse [Vorsitzender Eberhard Röhm] und bei allen Vorstandsmitgliedern bezogen werden. (Siehe "Über uns")

Buch eines ehemaligen KZ-Häftlings, der in Leonberg war
Coen Rood: „Wenn ich es nicht erzählen kann, muß ich weinen“. Als Zwangsarbeiter in der Rüstungsindustrie.
Fischertaschenbuch 15017, Frankfurt am Main 2002, 9.90 Euro

Als Fischertaschenbuch 15017 erschien vor kurzem in deutscher Übersetzung die Erinnerungen von Coen Rood, einem heute in Texas lebenden, 85-jährigen ehemaligen KZ-Häftling. Wir kennen Coen Roods Lebensgeschichte schon aus einem 1981 erstellten Interview, das uns über das Archiv in Yad Vashem
zugänglich gemacht wurde. Der holländische Jude wurde 1942 in den Osten, in ein Zwangsarbeitslager in Gleiwitz verschleppt. Später erlebte er den Todesmarsch und kam über die Konzentrationslager Oranienburg und Flossenbürg nach Leonberg.
Gleich nach dem Krieg zeichnete Coen Rood seine Erinnerungen in holländischer Sprache auf. Er nahm sie mit in seine neue Wahlheimat Texas. Dort übersetzte er sie ins Englische. Jetzt brachte der Fischerverlag in der renommierten Taschenbuchreihe „Lebensbilder – Jüdische Erinnerungen und Zeugnisse“ eine gekürzte Fassung in deutscher Sprache heraus.
Ausführlich beschreibt Coen Rood seine Verhaftung in Holland im Jahre 1942 wie die Zustände im KZ Gleiwitz, einem Außenlager von Auschwitz. Rood hatte zwei Jahre lang für die Deutschen Gasrußwerke zu schuften. Wir erfahren, was vielen ehemaligen Häftlingen schon vor ihrer Zeit in Leonberg an Entbehrungen zugemutet wurde. Entsprechend der verhältnismäßig kurzen Zeit, die Coen Rood in Leonberg war, wird diese Phase auf wenigen Seiten abgehandelt, allerdings mit erstaunlich genauen Detailkenntnissen. Wesentlich ausführlicher ist die Schilderung des Todesmarschs bzw. der Todesfahrt von Leonberg nach Bayern und die Befreiung durch die Amerikaner dort.
Die Angabe, dass die Häftlinge in Leonberg für die Heinkel-Flugzeugfabrik gearbeitet hätten, ist zu korrigieren. Tatsächlich wurden im Leonberger Engelbergtunnel Tragflügel für den Messerschmitt-Düsenjäger Me 262 hergestellt. Wir gehen auch davon aus, dass der Zaun um das Leonberger KZ-Lager nicht elektrisch geladen war.

Ein großformatiger Farbbildband zur Ausstellung der KZ-Dokumentationsstätte im alten Engelbergtunnel Leonberg

Rechtzeitig vor Weihnachten präsentiert die KZ-Gedenkstätteninitiative einen großformatigen, farbigen Text-Bildband zu der im Juni 2008 eingeweihten Ausstellung der KZ-Gedenkstätte im alten Engelbergtunnel. Auf 96 Seiten enthält das Buch alle in der Ausstellung gezeigten Bilder und Texte sowie weitere Kommentare zu den einzelnen Themen. Der Katalog wurde gestaltet wie schon die Ausstellung selbst von Braun Engels Gestaltung Ulm.
Von April 1944 bis April 1945 mussten jeweils bis zu 3000 KZ-Häftlinge aus ganz Europa im Engelbergtunnel für die Firma Messerschmitt Teile für den Düsenjäger Me 262 herstellen.
Der Leser findet Antwort auf viele Fragen:
• Warum wurde 1944/45 die Rüstungsindustrie unter Tage verlagert?
• Wieso kamen die Männer gerade nach Leonberg?
• Wer baute den Leonberger Tunnel zur Fabrik um?
• Wie sah die Produktion in den beiden Tunnelröhren aus?
• Wie waren die Lebensbedingungen in den beiden Lagern?
• Woran starben fast 400 Männer während eines Jahres allein in Leonberg?
• Wie ertrugen die KZ-Häftlinge die Willkür der SS-Wachmannschaft?
• Welchen Kontakt hatten die Häftlinge mit der Leonberger Bevölkerung?
• Wohin ging der Todesmarsch nach Auflösung des Lagers im April 1945?
• Wer von den Tätern wurde nach dem Krieg zur Rechenschaft gezogen?
Das Buch bringt über die in einer Ausstellung notwendigerweise knapp bemessenen Legenden hinaus zu allen sechs Großthemen (Die NS-Ziele / Vernichtung durch Arbeit / Zerstörung von oben / Aus vieler Mütter Länder / Der Alltag der Häftlinge / Das Ende: Todesmarsch) wie zu den Themen „Fabrik und Arbeit im Tunnel“ ausführliche Erläuterungen und Kommentare. Dies gilt vor allem zur Geschichte des KZ-Systems, zum Thema Luftkrieg, zum Arbeitsprozess im Tunnel wie zum Prozess vor dem Französischen Militärtribunal in Rastatt 1948, bei dem Verantwortliche des KZ Leonberg verurteilt wurden.

Holger Korsten / Eberhard Röhm: KZ-Dokumentationsstätte im alten Engelbergtunnel Leonberg. Eine Ausstellung. Hg. von der KZ-Gedenkstätteninitiative Leonberg e.V.
Gestaltung der Ausstellung und des Katalogs: Braun Engels Gestaltung, Ulm. 96 Seiten, farbig, zahlreiche Bildseiten und Dokumente, Format 18/29 cm
ISBN 978-3-00-032802-2
Preis: 15,00 EUR (als Mindestspende) gegebenenfalls zuzüglich Versandkosten.

Bezug über den Leonberger Buchhandel, die Stadt Leonberg (Stadt Leonberg, Amt für Kultur, Erwachsenenbildung, Sport und Stadtmarketing, Frau Ertel, Bahnhofstraße 57: Tel. 990-1402; ero@leonberg.de) und die
KZ-Gedenkstätteninitiative Leonberg e. V., c/o Eberhard Röhm, Akazienweg 7, 71229 Leonberg, Telefon 07152/266 40, E-Mail: Info@KZ-Gedenkstaette-Leonberg.de.

Lene Kesssler: Wie ich überlebte. Ein Rücklbick nach fast siebzig Jahren. Herausgeber (Bezug): KZ-Gedenkstätteninitiative Leonberg e.V., c./o. Eberhard Röhm, Akazienweg 7, 71229 Leonberg, Tel. 07152-26640. E-Mail: eberhard.roehm@t-online.de. 48 S., Leonberg 2011, Preis: 2,00 EUR (Mindestspende).

Lene Kessler wohnt in Leonberg-Warmbronn. Sie erlebte die Judenverfolgung im "Protektorat Böhmen und Mähren", wurde als Jüding mit ihrer Familie nach Theresienstadt und Auschwitz deportiert. Den anschließenden Todesmarsch überlebte sie. Nach der Niederschlagung des Prager Frühlings 1968 floh sie mit ihrem Mann nach Deutschland.

Weitere Literaturhinweise zum KZ Leonberg, zu anderen Natzweiler Außenlagern wie zu den Themen Konzentrationslager und Zwangsarbeit allgemein finden Sie im oben genannten Buch „Konzentrationslager und Zwangsarbeit in Leonberg“, Seite 446-449