Stadtmuseum Leonberg

Ausstellungsraum zum Thema KZ und Zwangsarbeit in Leonberg

Das Stadtmuseum Leonberg im denkmalgeschützten Gebäude der ehemaligen Lateinschule, unmittelbar neben der Stadtkirche in der Leonberger Altstadt gelegen, gibt in einem gesonderten Raum Informationen zum Thema "KZ und Zwangsarbeit in Leonberg".

Am 8. Mai 2009 wurde der nach den inhaltlichen Vorgaben von Eberhard Röhm und Wolfgang Schiele völlig neu gestaltete KZ-Raum der Öffentlichkeit übergeben. Die Rückwand füllt eine von der Firma Messerschmitt 1944 angefertigte Flurkarte von Leonberg, in die die geplanten Gebäude der beiden KZ-Lager sowie der Tunnel als Produktionsstätte und eine Werkhalle an der unteren Römerstraße eingezeichnet sind. Das Original der Karte befindet sich in den National Archives in Washington. Über die Flurkarte kann eine Glasschiebewand mit Ausschnitten eines zeitgenössischen Luftbildes geschoben werden.
An zwei Innenwänden werden fünf Kurzbiographien von Zwangsarbeitern, die die KZ-Gedenkstätteninitiative kennen gelernt hat, vorgestellt: Es sind dies die ehemaligen KZ-Häftlinge Riccardo Goruppi aus Triest (Italien), Moshe Neufeld (Israel), der aus Ungarn verschleppt worden war, und Albert Montal aus Charmes (Frankreich), sowie der ehemalige Gestapo-Häftling Piet Schultz aus Holland und der ehemalige OST-Zwangsarbeiter Pjotr Kudrjaschow (Ukraine).
An der Fensterseite findet man Kärtchen, auf denen Zeugnisse über die Begegnung Leonberger Bürger mit KZ-Häftlingen festgehalten sind.
In der Mitte des Raums befindet sich eine Vitrine mit Exponaten, u.a. eine Tafel vom Mai 1944, auf der die damalige Lagerstärke von 701 Häftlingen gegliedert nach Nationalitäten notiert ist.
Über vier Hörstationen können vier Teilthemen zur Geschichte des KZ Leonberg abgerufen werden:

  1. Das KZ-System in der letzten Kriegsphase - Zwangsarbeit für die Rüstung
  2. Die Häftlinge waren zur Arbeit da
  3. Häftlingsleben - wenig Schlaf und kaum zu Essen
  4. Die "Evakuierung" des Lagers - Todesmärsche, Todesfahrten

Stadtarchiv Leonberg, Pfarrstraße 1 (neben der Stadtkirche)

Öffnungszeiten:
Dienstag, Mittwoch und Donnerstag 14-17 Uhr, Sonntag 11-13 Uhr und 14-17 Uhr.

Führungen für das gesamte Museum nach Vereinbarung über Telefon 07152-354364

Eintritt:
2,50 EUR, ermäßigt 1,50 EUR / 0,50 EUR