Biografien

Biografie Ernst Bornstein

Ernst Israel Bornstein wurde am 26. November 1922 in Zawiercie in Polnisch Ostoberschlesien als Ältester von vier Geschwistern in einer jüdisch-zionistischen Familie geboren.

Mit Kriegsbeginn im September 1939 wurde die Stadt von den Deutschen besetzt und in Warthenau umbenannt. Das ursprünglich deutsche Grenzgebiet war im Juni 1922 als Folge des Versailler Vertrags nach einer Volksabstimmung an Polen gefallen, jetzt war es erneut in deutscher Hand. Damit wurden auch in Ostoberschlesien die im Deutschen Reich geltenden antijüdischen Gesetze eingeführt. Um der drohenden Verhaftung und Einweisung in die Zwangsarbeit zu entkommen, versteckte der damals 17jährige jüdische Abiturient sich zwei Jahre lang mit Erfolg bei befreundeten Christen.


11.09.2019

Biografien

Biografie Riccardo Goruppi

Riccardo Goruppi wurde am 14. Februar 1927 in Prosecco auf dem Karst geboren. Sein Vater Edoardo, geb. 1895, war Viehhändler auf den Dörfern der Hochebene.

Als im September 1943 deutsche Truppen Italien besetzten, schloss sich Riccardo wie viele andere den Partisanen an. Er ging in die Berge bei Gorizia (Görz), wo er nebenbei auf einer Baustelle arbeitete. Als er sich im Herbst 1944 von einer Erkrankung zu Hause in Prosecco erholte, fand eine Razzia statt, bei der er verhaftet wurde, da ihn ein ehemaliger Kamerad verraten hatte.

Vater Edoardo wollte seinem Sohn helfen und besiegelte damit das Schicksal beider. Sie wurden in das Gefängnis Coroneo nach Triest gebracht.


11.09.2019

Biografien

Biografie Giuseppe Covacich

Giuseppe Covacich wurde am 1. März 1944 mit 19 Jahren zusammen mit seinem Vater, seiner Mutter und seiner Schwester im Rahmen einer Vergeltungsmaßnahme gegen Slowenen in seiner Heimatstadt San Giovanni bei Triest von der italienisch-faschistischen politischen Polizei verhaftet.

Drei Monate lang wurde die Familie in verschiedenen Gefängnissen in Triest festgehalten und Mitte Juni nach Deutschland abtransportiert. Die Mutter und Schwester verschleppte die SS nach Auschwitz. Giuseppe wird sie erst nach dem Krieg wiedersehen.  Der damals 42jähriger Vater gleichen Namens und der Sohn Giuseppe Covacich kamen in das KZ Dachau und wurden anschließend gemeinsam am 29. Juni 1944 auf Lastwagen in das KZ Leonberg abtransportiert.


11.09.2019

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Biografie Moshe Neufeld

Moshe Neufeld stammte aus Nordsiebenbürgen, das von 1920 bis 1940 zu Rumänien gehörte und mit dem 2. Wiener Schiedsspruch wieder an Ungarn zurückging. Er ist 1926 in Satu Mare geboren, eine Stadt von 52.000 Einwohnern, von denen ein Viertel Juden waren.

Die Stadt war ein Zentrum des orthodoxen und chassidischen Judentums. Der Vater, Tsvi Hermann Neufeld, war Vertreter einer Textilfirma, der übers Land reiste, bis es für ihn als Jude im Jahre 1943 wegen der Antijudengesetze nicht mehr möglich war. Moshe hatte einen zwei Jahre jüngeren Bruder Israel und eine sieben Jahre jüngere Schwester Kathi. Entsprechend den Verhältnissen in einer Mittelstadt sprach man zu Hause ungarisch und nur gebrochen jiddisch. Auch in Satu Mare herrschte ein latenter Antisemitismus.


11.09.2019

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Biografie Radoslav Švagelj

Radoslav Svagelj wurde am 31. Dezember 1944 als KZ-Häftling nach Leonberg verschleppt. Er kam aus dem 1920 zu Italien geschlagenen Teil des heutigen Slowenien. Radoslav wurde 1922 in Stanjel (St. Daniel) geboren, einem Ort auf dem Karst („Kras“) oberhalb von Triest. Als junger Mann wurde er zum italienischen Militär eingezogen, aber wie alle slowenischen Soldaten wegen des italienischen Misstrauens gegen sie aus seinem Heimatland in eine andere Region Italiens geschafft.

Ihre Einheiten hießen Battaglioni Speciali. Sie wurden von der italienischen Bevölkerung isoliert, viele waren in Sardinien stationiert. Waffen gab man ihnen persönlich nicht. Radoslav wurde in Caserta bei Rom stationiert. Er wurde als Panzerfahrer ausgebildet und sollte in Nordafrika eingesetzt werden. Doch letztendlich blieb ihm der Einsatz dort erspart.


11.09.2019

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