Ausgrenzung - Raub - Vernichtung

Die KZ-Gedenkstätteninitiative Leonberg nimmt das Gedenken an die Reichspogromnacht vom 9.11.1938 zum Anlass für einen Informationsabend und eine Ausstellung im Haus der Begegnung, in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Erwachsenenbildung Leonberg:

„Ausgrenzung – Raub – Vernichtung. NS-Akteure und ,Volksgemeinschaft‘ gegen die Juden in Württemberg und Hohenzollern 1933–1945“

Am 1. April 1933 begann die Menschenjagd der Nazis am „Tag des Juden-Boykotts“. Es folgten Berufsverbote und Rassegesetze zur Ausgrenzung und Verdrängung jüdischer Mitbürger aus der „Volksgemeinschaft“. In der Nacht vom 9. November 1938 zeigte sich der Antisemitismus als nationalsozialistische Staatsdoktrin, die jetzt in ganz Deutschland, dem angeschlossenen Österreich und dem annektierten Sudetenland mit körperlicher Gewalt über die Juden herfiel. In dem vom Volksmund wegen der vielen am Boden liegenden Glassplitter von zerbrochenen Fenstern und Leuchtern der Synagogen „Kristallnacht“ genannten Pogrom verbrannten die Nazis Gebetshäuser, plünderten Geschäfte, verschleppten Juden in KZ – Angst und Schrecken, Raub und Enteignung, Mord und Totschlag, auch in Württemberg.

Am Freitag, 16. Oktober, 19.00 Uhr berichtet Heinz Högerle (Mitherausgeber von Buch und Ausstellung) über die Entwicklung vom „Sozialen Tod“ über die Ausraubung bis zur Ermordung der Juden aus unserer regionalen Nachbarschaft. Er geht auf die Handlungen zahlreicher Akteure aus NSDAP, Gestapo, Kommunen, Wirtschaftsverbänden, Industrie- und Handelskammern, Handwerksinnungen, Firmen und vielen am Raub interessierten Bürgern ein – und auf die besondere Rolle der Finanzbehörden bei der formalrechtliche Enteignung jüdischer Betriebe.

Im Anschluss eröffnet er die Ausstellung, die dann von Samstag 17.10. bis Freitag 30.10.20 täglich von 15 bis 18 Uhr im Haus der Begegnung besucht werden kann.
DER VORTRAG UND DIE AUSSTELLUNG MÜSSEN AUFGRUND DER AKTUELL STEIGENDEN CORONA-ZAHLEN LEIDER KURZFRISTIG ABGESAGT WERDEN

Wir hoffen auf einen erneuten Anlauf im kommenden Frühjahr und werden rechtzeitig darüber informieren

Begleitend zur Ausstellung ist – vom Gedenkstättenverbund Gäu-Neckar–Alb initiiert - das gleichnamige Buch erschienen, mit dem 29 Forscher und Historiker ein Grundlagenwerk mit 42 Aufsätzen erarbeitet haben. Ausstellung und Buch entstanden mit Hilfe und Unterstützung des Landesarchivs Baden-Württemberg und der Landeszentrale für politische Bildung Stuttgart.


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